Größe des Browserfensters kann Tor-Nutzer verraten

Nutzer des Tor-Netzwerks müssen damit rechnen, durch die veränderte Größe des Browserfensters recht eindeutig wiedererkannt zu werden.

Anonymes Surfen mit dem Tor-Browser beinhaltet nicht nur die Verschleierung der eigenen IP, sondern auch weiterer identifizierender Angaben – sogenannter Browser-Fingerabdrücke – wie Betriebssystem, Systemfarben, installierte Schriftarten, Plugins und mehr. Ohne diese zusätzliche Maßnahme ließen sich etwa 93 Prozent der digitalen Browser-Fingerabdrücke anschließend genau einem Browser zuordnen, wie der Berliner Informatiker Henning Tillmann in seiner Diplomarbeit am Beispiel von 20.000 Browser-Nutzungen nachweisen konnte.
Der Fingerabdruck des Tor-Browsers ist schon sehr schlank angelegt und standardisiert, so daß der einzelne Nutzer in der Masse ähnlicher Fingerprints bequem untertauchen kann, nur die vorgegebene Fenstergröße darf keinesfalls geändert werden.  Falls das Browser-Fenster maximiert oder anders verändert wird, ändert sich sofort der Fingerabdruck: statt der vorgegebenen 1000×800 Pixel sendet der Tor-Browser eine sehr individuelle Größe, die den Nutzer trotz ständigem Wechsel der IP wiedererkennbar macht.
Die Seite Panopiclick der Electronic Frontier Foundation bietet einen ausführlichen Test an, der die statistischen Werte bei Veränderung der Fenstergröße des Browsers sehr deutlich zeigt und auch berechnet, dass bei der jeweiligen Einstellung nur einer von x Browsern den gleichen Fingerabdruck hat.

Übrigens: Die Deaktivierung vom standardmäßig im Tor-Browser eingeschalteten JavaScript (ermöglicht auch das Auslesen installierter Plugins und Schriftarten) würde den Fingerabdruck noch anonymer gestalten, aber manche Seiten lassen sich dann nicht mehr bedienen.

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